GoGreen wird abgeschafft — was Absender jetzt wissen müssen


Seit fast 20 Jahren war GoGreen das Nachhaltigkeitssignal im deutschen Postversand.Damit ist bald Schluss: Die Deutsche Post hat im April 2026 offiziell kommuniziert, dass der GoGreen-Service zum 31. August 2026 eingestellt wird. Für Unternehmen, die physische Mailings, Briefe oder Werbesendungen verschicken, besteht konkreter Handlungsbedarf — auch in Bezug auf rechtliche Risiken.
Was steckt dahinter?
Der Grund ist nicht fehlendes Engagement der Deutschen Post, sondern eine Gesetzesänderung: Die EU-Richtlinie EmpCo und die damit verbundenen Änderungen im deutschen UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) treten ab dem 27. September 2026 in Kraft. Sie verbieten, CO₂-Kompensation durch externe Klimaschutzprojekte — sogenanntes Offsetting — als "nachhaltig" oder "klimaneutral" zu bewerben. GoGreen basierte genau auf diesem Prinzip: Emissionen wurden durch Investitionen in internationale Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Das ist künftig nicht mehr als Nachhaltigkeitsaussage zulässig.
Wa sändert sich konkret?
Die Deutschen Post kündigt alle bestehenden GoGreen-Verträge zum 31. August 2026. Ab dem 1. September 2026 ist der Service nicht mehr nutzbar. Parallel dazu gilt ab dem 27. September 2026: Das GoGreen-Logo darf nicht mehr auf Umschlägen aufgebracht sein — und das UWG sieht ausdrücklich keine Übergangsfrist für das Aufbrauchen von Restbeständen vor. Wer bedruckte Umschläge mit GoGreen-Logo im Lager hat, muss diese überkleben oder auf eigenes (rechtliches) Risiko weiterverwenden. Auch die eigene Unternehmenskommunikation — Website, Mailings, Präsentationen — sollte auf GoGreen-Referenzen geprüft und bereinigt werden.
Der Nachfolger: GoGreen Plus
GoGreenPlus existiert bereits seit 2021 und funktioniert nach einem anderen Prinzip: Statt externer Kompensation setzt es auf Insetting — also die direkte Reduktionvon CO₂-Emissionen innerhalb des eigenen Logistiknetzes der Deutschen Post. Konkret bedeutet das Investitionen in Elektrofahrzeuge, Biogas-LKW, PV-Anlagenund nachhaltige Gebäudeinfrastruktur. Die reduzierten Emissionen werden dem Versender anteilig zugerechnet, jährlich extern verifiziert (durch den unabhängigen Auditor SGS) und zertifiziert. Das Zertifikat kann in der eigenen Ökobilanz (Scope 3) ausgewiesen werden.
Für Absender von Dialogpost-Sendungen ist GoGreen Plus ab dem 1. September 2026 automatisch und ohne Aufpreis integriert — kein gesonderter Vertrag notwendig. Für Postwurfspezial, Postaktuell und Pressepostsendungen ist weiterhin ein Zusatzvertrag erforderlich.
Die Kennzeichnung auf Umschlägen ändert sich ebenfalls: Das bisherige GoGreen-Logo (Wort-Bild-Marke mit Blättchen) wird durch einen neuen Textclaim ersetzt: "Wir versenden mit dem Nachhaltigkeitsprogramm von Deutsche Post. Infos: www.GoGreenPlus.de"
Was bedeutet das für Sie als Absender?
Wer regelmäßig Mailings, Serienbriefe oder Werbesendungen verschickt, sollte jetzt aktiv werden:
Umschlagbestände und Druckvorlagen auf GoGreen-Logos prüfen, die Unternehmenskommunikation auf veraltete Nachhaltigkeitsaussagen durchforsten und — falls noch kein GoGreen-Plus-Vertrag besteht — prüfen, ob ein solcher für die genutzten Versandprodukte sinnvoll oder notwendig ist.
Wie ODS Sie dabei unterstützt
Als Lettershop mit langjähriger Erfahrung begleiten wir unsere Kunden durch diese Umstellung. Wir prüfen Druckvorlagen, beraten bei der Anpassung von Umschlägen und sorgen dafür, dass Ihre Sendungen ab September rechtssicher und mit korrekter Kennzeichnung verschickt werden.
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne direkt an.
+49 (030) 23 09 51 – 21
hallo@o-d-s.de

ODS war beim OpenPromos Anwenderforum 2025 in Berlin dabei – mit einem eigenen Vortrag zum Thema Eingangspost-Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft. Wie der ODS-Circle of Documents analoge Post nahtlos in digitale Prozesse überführt, lest ihr hier.